Essen entwickelt Charta zur Verhinderung und Bekämpfung von Einsamkeit

18.06.2026

Einsamkeit kann Menschen jeden Alters betreffen und erhebliche Auswirkungen auf Gesundheit, Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe haben. Die Stadt Essen versteht die Prävention von Einsamkeit deshalb als wichtige kommunale Aufgabe. Ziel ist es, Begegnungen zu fördern, soziale Teilhabe zu stärken und Einsamkeit frühzeitig vorzubeugen.

Wie wurde die Charta entwickelt?

Im Rahmen der Integrierten strategischen Sozialplanung hat die Stadt Essen einen Entwicklungsprozess zur Erarbeitung einer "Essener Charta zur Verhinderung und Bekämpfung von Einsamkeit" gestartet. Der Prozess wurde mehrstufig und partizipativ gestaltet. Zunächst wurde das Thema verwaltungsintern aufgegriffen. Verschiedene Fachbereiche der Stadtverwaltung brachten ihre Erfahrungen und Perspektiven ein, um bestehende Aktivitäten sichtbar zu machen und erste Handlungsansätze zu entwickeln. Grundlage waren außerdem ein Fachtag im Jahr 2025 sowie ein Entwicklungsworkshop Anfang 2026. Daran beteiligten sich Vertreter*innen aus Verwaltung, Politik, Wissenschaft, Verbänden und Zivilgesellschaft sowie Menschen mit eigener Einsamkeitserfahrung. In mehreren Arbeitsphasen wurden Erfahrungen und Perspektiven zusammengetragen, bestehende Angebote und Ressourcen sichtbar gemacht sowie Möglichkeiten für Kooperation und Vernetzung diskutiert. Darüber hinaus wurden gemeinsame Selbstverpflichtungen formuliert, die in die Charta eingeflossen sind. Die Ergebnisse des Workshops wurden systematisch ausgewertet und in den Entwurf der Charta eingearbeitet.

Was sind die Ziele der Charta?

Der Entwicklungsprozess hat gezeigt, dass bereits zahlreiche Initiativen, Einrichtungen und engagierte Akteurinnen*Akteure in Essen einen wichtigen Beitrag zur Förderung sozialer Verbundenheit leisten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass eine stärkere Vernetzung, bessere Sichtbarkeit und eine gemeinsame Orientierung sinnvoll sind. Die Essener Charta formuliert deshalb gemeinsame Leitprinzipien und Handlungsfelder zur Vorbeugung und Bekämpfung von Einsamkeit. Sie versteht sich als Orientierungsrahmen für gemeinsames Handeln von Verwaltung, Politik, Verbänden, Wissenschaft, Wirtschaft und Bürgerschaft.

Wie geht es weiter?

Mit dem Beschluss durch den Rat der Stadt Essen beginnt die weitere Umsetzung der Charta. Geplant ist zudem eine öffentliche Unterzeichnungsveranstaltung im September mit Vertreterinnen*Vertretern aus Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft, zu der auch Ministerpräsident Hendrik Wüst eingeladen ist. Damit soll ein sichtbares Zeichen für das gemeinsame Engagement gegen Einsamkeit gesetzt werden.

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